Personalentwicklung

Berufsbild Buchhalter: Weiterbildung und Aufgabenbereiche

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Buchhalter ist ein Weiterbildungsberuf, der sich für alle eignet, die eine kaufmännische Ausbildung absolviert haben und sich für Zahlen begeistern. Streng genommen gibt es keine Ausbildung zum Buchhalter, da es sich um einen klassischen Weiterbildungsberuf handelt. Kein Unternehmen kommt ohne Buchhaltung und Rechnungswesen aus, sodass die späteren Beschäftigungsmöglichkeiten vielseitig sind.

Buchhalter werden: persönliche und fachliche Voraussetzungen

Zu den fachlichen Voraussetzungen einer Weiterbildung gehört eine dreijährige abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf in Verbindung mit einer entsprechenden beruflichen Praxis. Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Studiums haben ebenfalls die Möglichkeit, sich zum Buchhalter ausbilden zu lassen. Die genannten Voraussetzungen sind für diejenigen maßgeblich, die die Weiterbildung mit einem Zertifikat der IHK abschließen möchten. Es gibt auch private Anbieter, bei denen Kursteilnehmer keine spezifischen Zugangsvoraussetzungen erfüllen müssen.

Zu den persönlichen Voraussetzungen gehören eine hohe Affinität zum Umgang mit Zahlen und Datenbanken sowie Interesse an Buchführung und Rechnungswesen. Angehende Buchhalter brauchen außerdem ein hohes Maß an Geduld und Genauigkeit.

Ausbildungsmöglichkeiten, Ausbildungsdauer und Abschluss

Die Weiterbildung zum Buchhalter wird in drei verschiedenen Formen angeboten:

  • als Vollzeitlehrgang
  • als Teilzeit-Weiterbildung
  • als Fernstudium.

Rechtliche Vorgaben für die Dauer der Ausbildungszeit gibt es nicht. Sie liegt im Durchschnitt zwischen 3 und 24 Monaten und ist abhängig vom Bildungsanbieter und der jeweiligen Unterrichtsform. Die Teilzeit-Weiterbildung und das Fernstudium erlauben es, auch weiterhin einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

Die Inhalte einer Weiterbildung zum Buchhalter sind gesetzlich nicht definiert und deshalb auch nicht geschützt. Das bedeutet, dass jeder Anbieter die Kursinhalte und mögliche Prüfungen selbst festlegt, sodass es Unterschiede geben kann. Wer seine Weiterbildung mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) beendet, erhält ein Zertifikat. Diese Prüfung findet deutschlandweit zwei Mal im Jahr, jeweils zeitgleich im Frühjahr und Herbst statt. Ohne weitere Zusätze handelt es sich bei Buchhaltern um eine nicht geschützte Berufsbezeichnung.

Aufgabenbereiche eines Buchhalters

Das Aufgabenspektrum eines Buchhalters unterscheidet sich je nach Art und Größe des Unternehmens. Dem Grunde nach ist ein Buchhalter dafür verantwortlich, dass sämtliche Geschäftsvorfälle eines Unternehmens lückenlos in den Geschäftsbüchern erfasst und dokumentiert werden. In großen Unternehmen wird die Buchhaltung oftmals auf mehrere Abteilungen verteilt, zum Beispiel in die Lohnbuchhaltung, die Finanzbuchhaltung, die Bilanzbuchhaltung, die Anlagenbuchhaltung sowie in die Kreditoren- beziehungsweise Debitorenbuchhaltung. Buchhalter sind bei der Bearbeitung der unterschiedlichen Geschäftsfälle den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung (GoB) und den handelsrechtlichen Vorschriften verpflichtet. Sie liefern das Zahlenmaterial, das die Arbeitsgrundlage für das Controlling ist. Auf Basis der Geschäfts- und Betriebsbuchhaltung ist ein Buchhalter in der Lage, der Geschäftsleitung in steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht Entscheidungshilfen zu geben. Insgesamt sorgt er für eine reibungslose Abwicklung der Buchhaltung. Er erstellt Bilanzen sowie Abschlüsse für unterschiedliche Rechnungsperioden, zum Beispiel Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse, oder bereitet die Abschlüsse vor.

Typische Aufgaben des Buchhalters im Überblick:

– Bearbeiten von Transaktionen, zum Beispiel von Kunden und Lieferanten
– Verfassen und Dokumentieren von Lohnabrechnungen
– Verfassen und Prüfen von Steuererklärungen
– Prüfen, Kontieren und Verbuchen von laufenden Geschäftsvorfällen
– Reisekostenabrechnungen
– Unterstützung bei der Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen
– Auswerten, Interpretieren und Dokumentieren von Zahlenmaterial einschließlich der Berichterstattung an die Geschäftsleitung

Beschäftigungsmöglichkeiten

Buchhalter sind Arbeitnehmer und als kaufmännische Angestellte tätig. Zu ihren Arbeitgebern gehören Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Während sie früher vorwiegend in großen Unternehmen zu finden waren, sind sie heute immer häufiger in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) tätig. Buchhalter werden in Handwerks- und Handelsbetrieben, in der Industrie, bei Verbänden, Organisationen, Interessenvertretungen und im Dienstleistungssektor gebraucht.

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