Vergütungssysteme

Prämienlohn – Leistungsanreiz für Mitarbeiter

Prämienlohn
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Unter dem Begriff Prämienlohn versteht man die zeit- oder leistungsgerechte Entlohnung von Arbeitern und Angestellten.

Dabei kann es sich um eine

  • Mengenleistungsprämie
  • Qualitätsprämie
  • Ersparnisprämie
  • Nutzungsprämie oder
  • Terminprämie handeln.

Prämienlohn Arten

  • Bei der Mengenleistungsprämie handelt es sich um die  Prämie je produziertem Stück. Dabei geht es jedoch darum, wann eine bestimmte Menge an Stücken erreicht wird. Stellt ein Mitarbeiter je Tag 10 Stück her, kann er ab einer gewissen Menge über dem tägliche IST eine Prämie erhalten. Ab welcher Stückzahl die Prämie gezahlt wird, legt das Unternehmen fest.
  • Die Qualitätsprämie wird gezahlt, wenn bei der Produktion des Stückes eine gewisse Qualität erreicht wird. Für die Messung der Qualität werden bestimmte Parameter festgelegt. Das können die Kundenzufriedenheit, die Termintreue des Mitarbeiters oder auch die Genauigkeit bei der Herstellung sein. Dafür liefert beispielsweise die Ausschussquote wichtige Hinweise.
  • Bei der Ersparnisprämie geht es, wie der Name bereits sagt, um die Ersparnis, die der Mitarbeiter bei der Herstellung erzielt. Einen guten Anreiz bilden zum Beispiel Prämien für unfallfreies Arbeiten. Beim ersten Blick sparen Unternehmen damit zwar keine Kosten, kommt es jedoch vermehrt zu Arbeitsunfällen, können die dadurch entstehenden Heil- und Behandlungskosten ziemlich in die Höhe schnellen. Auch bei der Höhe der Beiträge für die Berufsgenossenschaft spielen die Unfälle eine bedeutende Rolle.
  • Die Nutzungsprämie oder auch Ideenprämie erhalten Mitarbeiter, die im betrieblichen Vorschlagswesen Vorschläge für eine Prozess- oder technische Innovation liefern. Je nach betrieblichem Nutzen kann die Prämie sehr hoch ausfallen. Der Nachteil dieser Prämie liegt in dem meist einmaligen Charakter der Idee.
  • Bei der Terminprämie geht es um die zeitliche Güte der hergestellten Produkte. Erreichen Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum eine hohe Termingüte, können Unternehmen ihnen eine Terminprämie zahlen. Sind die Mitarbeiter bei der Herstellung von Produkten oder Dienstleistungen von der pünktlichen Zuarbeit anderer Bereiche abhängig, kann eine Erfüllung zeitlicher Ziele jedoch schwierig sein.

Wie sich die Vergütung bei der Zahlung von Prämienlohn zusammensetzt

Das Besondere dieser Entgeltform ist, dass sie sich aus zwei Bestandteilen zusammensetzt. Dabei handelt es sich um den Grundlohn und die leistungsabhängige Prämie oder Vergütung. Die Art der Vergütung sowie die prozentuale oder monetäre Höhe der prämienbezogenen Anteile ist dabei bereits Inhalt des Einstellungsgespräches.

Leistungsanreize für Mitarbeiter

Die finanziellen Anreize für die Mitarbeiter sind beim Prämienlohn enorm. Dabei ist es nicht nur die eventuell höhere Bezahlung, die Arbeiter und Angestellten motiviert. Firmen erreichen damit auch, dass sich Mitarbeiter besser mit ihrem Arbeitgeber, den Produkten und Unternehmenszielen identifizieren. Die Treue zum Arbeitgeber nimmt zu, Fluktuationen vor allem motivierter Arbeitnehmer sinken auf ein Mindestmaß. Mit dem Prämienlohn haben Unternehmen außerdem auch ein Steuerungselement in der Hand. Es ermöglicht beispielsweise, Durchlaufzeiten zu optimieren, Qualitäts- und Quantitätskontrollen durchzuführen oder ein betriebliches Vorschlagswesen einzuführen.

Höherer Verwaltungsaufwand für Unternehmen

Den positiven Anreizen für die Belegschaft steht jedoch ein enormer Verwaltungsaufwand gegenüber. Die individuelle Leistung der Mitarbeiter muss schließlich Monat für Monat erfasst, errechnet und anschließend abgerechnet werden. Viele Unternehmen nutzen dafür heute Datenbanken, deren Programmierung und Pflege verursachen ebenfalls Kosten. Neben den finanziellen Belastungen für die Unternehmen haben die Mitarbeiter selbst in Bezug auf den Prämienlohn eher weniger Sicherheit als bei einem monatlichen Festgehalt. Viele Arbeitnehmer bevorzugen daher diese Form der Entlohnung. Auch unter den Kollegen kann eine leistungsgerechte Entlohnung in Form des Prämienlohnes zu einem Konkurrenzverhalten führen und damit das Arbeitsklima belasten. Ist für das Arbeitsergebnis gar die fachliche Zusammenarbeit notwendig und entsprechen notwendige Zuarbeiten nicht dem Ergebnis, kann das gerade bei leistungsorientierten Mitarbeitern zu finanziellen Einbußen und damit zu einer inneren Kündigung führen.

Prämienlohn Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zahlung eines Prämienlohnes für beide Seiten, also Mitarbeiter und Unternehmen, sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Letztendlich kommt es auf das einzelne Unternehmen und auf das Produkt- oder Dienstleistungsangebot an, ob sich Prämienlohn als Form der leistungsgerechten Bezahlung lohnt oder nicht.

Wichtig: Das Portal personal-wissen.net stellt lediglich eine allgemeine Informationsplattform dar. Konkrete Anfragen von Lesern können nicht beantwortet werden, da es sich dabei um Rechtsberatung handeln würde. Falls Sie eine individuelle Rechtsfrage haben sollten, wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder an die Rechtsabteilung Ihrer Firma. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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