Mitarbeiterführung

Mitarbeiter der Generation Y: Herausforderungen in der Personalführung

Generation Y Mitarbeiter
Vaju Ariel/Shutterstock.com
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Unternehmer und Personalmanager sehen sich mit einer neuen Generation an Fachkräften konfrontiert, der Generation Y. Y steht für das englische „why“, was die Haltung vieler junger Menschen treffend beschreibt: Sie hinterfragen ihre berufliche Tätigkeit umfassend, sie wollen darin einen individuellen und gesellschaftlichen Sinn erkennen. Nur wenn Arbeitgeber diese Einstellung ernst nehmen, werben sie erfolgreich um gut qualifizierte und hoch motivierte Beschäftigte.

Anspruchsvolle Generation: Selbstverwirklichung statt bloßer Karriere

Zur Generation Y zählen Soziologen junge Menschen, die ab 1980 geboren wurden. Sie lösen die Generation X, die Babyboomer, ab. Wissenschaftler grenzen die beiden Alterskohorten voneinander ab, weil sie klare Einstellungsveränderungen identifizieren. So spielen bei der Generation Y Selbstverwirklichung und Entfaltungschancen eine wesentlich größere Rolle. Sie streben nicht allein nach Karriere und bemessen ihren Erfolg nicht ausschließlich an der Höhe des Gehalts. Die sogenannten Ypsiloner wollen sich rundum zufrieden fühlen. Sie wollen zum Beispiel Arbeit, Familie und Freunde unter einen Hut bringen. Sie legen großen Wert auf eine Work-Life-Balance, mit dem sie Berufs- und Privatleben vereinbaren können und Burn-out-Syndrome verhindern. Die Generation Y stellt auch hohe Ansprüche an die Arbeit. Zum einen wollen junge Arbeitnehmer einer erfüllenden Arbeit nachgehen, sie soll anregen, fordern und Sinn machen. Bestenfalls garantiert sie stets Abwechslung und neue Herausforderungen. Zum anderen achten viele auf den gesellschaftlichen Nutzen. Ökologisches und soziales Bewusstsein haben nicht nur beim Konsum an Bedeutung gewonnen, die Generation Y will auch mit ihrem Job zum Allgemeinwohl beitragen.

Mitarbeiter der Generation Y gewinnen und binden: Hohe Löhne genügen nicht

Ein erfolgreiches Personalmanagement in Zeiten des Fachkräftemangels setzt voraus, dass sich die Verantwortlichen an diesen Einstellungswandel anpassen. Mit alten Rezepten, die sich wesentlich auf die Entlohnung und den Status bestimmter Positionen konzentrieren, bestehen Unternehmen heute nicht mehr. Stattdessen sollten sie die Ergebnisse soziologischer Untersuchungen über die Generation Y zur Grundlage ihrer Personalpolitik machen. Das bedeutet unter anderem:

  • Der Arbeit Sinn verleihen: Eine Firma sollte Produkte und Dienstleistungen in eine Gesamterzählung integrieren und deren gesellschaftlichen Mehrwert herausstreichen. Zusätzlich sollten sich Unternehmen durch ein breites ökologisches und soziales Engagement auszeichnen: Das verbessert nicht nur das Ansehen in der Öffentlichkeit, sondern auch bei potenziellen Bewerbern und Mitarbeitern.
  • Faire Entlohnung: Die Generation Y wünscht sich eine transparente und gerechte Bezahlung. Unternehmen sollten nicht Positionen, sondern Leistung nachvollziehbar honorieren.
  • Flexibilität: Die Vereinbarkeit von Berufs- und Arbeitsleben lässt sich nur mit flexiblen Arbeitszeiten erreichen. Aufmerksamkeit verdient auch die Option, Beschäftigte bis zu einem bestimmten Maß im Home-Office arbeiten zu lassen. Zugleich sollten Unternehmen die Arbeit eingrenzen: Feierabend muss Feierabend bedeuten, sie sollten die Arbeitnehmer nicht rund um die Uhr durch pausenlose Erreichbarkeit überlasten.

Flache Hierarchien, attraktive Aufstiegschancen

Auch die Art des Führungsstils muss sich im Umgang mit der Generation Y ändern. Hierarchien und Befehle von oben sollten der Vergangenheit angehören. Junge Fachkräfte bevorzugen stattdessen Teamarbeit und Begegnungen zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten auf Augenhöhe. Sie verlangen ehrliches und regelmäßiges Feedback für ihre Arbeit, sowohl Lob als auch Kritik. Sie fordern zudem das Recht ein, die Führungsetage selbst kritisieren und Verbesserungsvorschläge einbringen zu können, ohne dass damit berufliche Nachteile einhergehen. Bei ihrer Arbeitgeberwahl achten sie zusätzlich darauf, welche Entwicklungsperspektiven ein Unternehmen eröffnet. Firmen sollten umfangreich in Weiterbildung investieren und Arbeitnehmern zugleich den beruflichen Aufstieg in Führungspositionen ermöglichen. Beherzigen Betriebe diese Tipps, erhalten sie bestens qualifizierte und engagierte Mitarbeiter. Die Generation Y beschränkt sich nicht auf das Notwendige: Wenn junge Beschäftigte ihre Arbeit als sinnvoll einschätzen und die Rahmenbedingungen zufriedenstellen, zeigen sie ein enorm hohes Maß an Motivation.

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